Vorstandswahl ESW
Vorstandswahlen der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt (AöR)
David Schott als Vorstand bestätigt
Im Rahmen einer internen Übergabe hat der Verwaltungsratsvorsitzende Markus Conrad am heutigen Dienstag dem bestätigten Vorstand der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt (AöR), David Schott, die Urkunde für seine neue Amtsperiode überreicht. Zuvor hatte der Verwaltungsrat den Vorstand in seiner Sitzung am 1. Oktober 2026 für eine weitere fünfjährige Amtszeit einstimmig gewählt. Mit der Übergabe der Urkunde wird die Wahl nun offiziell dokumentiert. Der Verwaltungsratsvorsitzende Markus Conrad gratulierte Herrn Schott zur Wiederwahl und händigte ihm die Bestellungsurkunde aus. „Eine Urkundenübergabe ist immer auch ein Moment des Dankes und der Anerkennung. Die erneute einstimmige Wiederwahl ist ein Ausdruck des Vertrauens, das der Verwaltungsrat dem Vorstand entgegenbringt. Ich wünsche dem Vorstand für die kommende Amtszeit viel Erfolg und freue mich auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit.“ so Markus Conrad. Im Mittelpunkt der Sitzung des Verwaltungsrates standen neben der Vorstandswahl auch die Vorstellung der Entwicklung der verschiedenen Geschäftsbereiche in den vergangenen fünf Jahren sowie ein Ausblick auf die weitere Entwicklung. Der Energie- und Servicebetrieb Wörrstadt - kurz ESW - wurde am 1. März 2012 zur wirtschaftlichen Betätigung der Verbandsgemeinde und aller angehörigen Ortsgemeinden als Anstalt des öffentlichen Rechts gegründet. Zum 01.01.2024 erfolgte der Beitritt der Stadt Wörrstadt, „über den wir uns immer noch sehr freuen, stellt er doch ein Zeichen für eine der Stärken des ESW dar, nämlich die Geschlossenheit seiner Trägergemeinden.“, so Vorstand Schott. Gemeinsam mit der EWR AG Worms, die die Konzessionen (Strom) erhalten hatte, wurde 2013 die Stromnetzgesellschaft Wörrstadt gegründet. Im Bereich Gas hat der ESW mit der RWE AG Essen, die seinerzeit die Neuausschreibung der Gaskonzessionen gewonnen hatte, die Gasnetzgesellschaft Wörrstadt gegründet. In diesen Gesellschaften wird das Eigentum an den gesamten Strom- und Gasnetzen der Verbandsgemeinde verwaltet, und diese Gesellschaften entscheiden über die zukünftigen Investitionen in die Strom- und Gasnetze der Verbandsgemeinde Wörrstadt. Im Zeitraum von 2021 bis 2025 konnte die Gasnetzgesellschaft einen Gesamtgewinn in Höhe von 4.298.000 € und die Stromnetzgesellschaft in Höhe von 2.208.000 € erzielen. Der ESW hat es sich zudem zur Aufgabe gesetzt, Ausgleichsflächen für seine Trägergemeinden innerhalb der Verbandsgemeinde Wörrstadt für bauliche Eingriffe in die Natur, beispielsweise Baugebiete, bereitzustellen. Aktuell ist der ESW Eigentümer von 92 Grundstücken mit einer Gesamtfläche von 24 Hektar (ha). 27 weitere Grundstücke (5 ha) wurden gepachtet. Ferner werden 52.000 Biotopwertpunkte sowie 15 Ökokontoflächen (19 ha) vorgehalten. Zum Zwecke der Kompensation und des Artenschutzes wurden bislang 13 ha an eigenen Grundstücken, 5 ha an gepachteten Grundstücken sowie 4 ha an Ökokontoflächen herangezogen. Der Betriebszweig Erneuerbare Energien umfasst derzeit vier Photovoltaikanlagen und eine Windenergieanlage. Die vier Photovoltaikanlagen (149 kWp) haben in den vergangenen fünf Jahren insgesamt 505.000 kWh Strom erzeugt und dabei einen Umsatz von 210.000 € erwirtschaftet. Die Windenergieanlage erzeugte knapp 25.400 Megawatt Strom, das ist mehr als der Bedarf aller öffentlichen Einrichtungen der Trägergemeinden. Der hierbei erzielte Ertrag (einschließlich Ausgleichszahlungen) beträgt 3,2 Mio. €. Fünf weitere Photovoltaik-Anlagen mit einer Gesamtleistung von 177 kWp werden voraussichtlich bis Ende 2026 fertiggestellt. Zur energieeffizienten Versorgung mit Strom und Wärme des Verwaltungsgebäudes der Verbandsgemeinde Wörrstadt einschließlich des Technischen Rathauses nebst angrenzender Rettungswache des Deutschen Roten Kreuzes, der Grundschule Schornsheim und der Wiesbachtalhalle in Armsheim hält der ESW drei Blockheizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 45,5 kWel und 101,8 kWth vor. Das hierbei eingesetzte Gas hat einen Biogasanteil von 10 %. Insgesamt wurden in den letzten fünf Jahren 2,9 Mio. kWh an Wärme sowie 1,1 Mio. kWh an Strom geliefert und ein Gesamtertrag in Höhe von 915.000 € erzielt. Ferner erhielt die Stützpunktwache Wörrstadt im Jahr 2024 eine Hybrid-Wärmeversorgung unter Einsatz von Luft-Wasser-Wärmepumpen. 2025 wurde ein Mikronetz im „Energiequartier Saulheim“ in Betrieb genommen. Luft-Wärmepumpen mit einer Bruttoleistung von 130 kWth sowie eine PV-Anlage (37,8 kWp) versorgen die KiTa Regenbogen mit Anbindung des Heimatmuseums. Schließlich konnte 2025 mit dem Kooperationspartner des ESW, der EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe mbH (EDG) aus Nieder-Olm, analog zu den zuvor genannten Projekten erfolgreich ein kaltes Nahwärmenetz im Schornsheimer Neubaugebiet „Gänsweide“ realisiert werden. Um den Gebäudewärmebedarf im Neubaugebiet zu decken, wurden insgesamt 29 Erdwärmesonden über Tiefenbohrungen eingebracht. Das Kalte Nahwärmenetz nutzt ganzjährig konstante Erdwärme für effizientes Heizen, die aus Erdsonden gewonnen wird. Im Sommer ermöglicht es nahezu kostenlose, passive Kühlung über das Erdreich. Die Wärmepumpen werden durch private Photovoltaikanlagen mit regenerativem Strom versorgt. Die Durchführung der Aufgabe der Straßenbeleuchtung seiner Trägergemeinden ist ebenfalls vom ESW übernommen worden. Alle Straßenleuchten sind aktuell mit modernen LED-Leuchtköpfen ausgestattet. Durch ein modifiziertes Beleuchtungskonzept mit einheitlichen Leuchten und Anpassung der Nachtabsenkung in allen Trägergemeinden konnte eine Strom- und CO2-Einsparung von ca. 85 % bei gleichzeitig reduzierter Lichtverschmutzung und erhöhter Insekten-freundlichkeit erreicht werden. Aktuell hält der ESW 4.490 Lichtpunkte vor. Darüber hinaus hat der ESW in den Jahren 2022 und 2025 die Strom- und Gasbündelausschreibungen für seine Trägergemeinden vorgenommen. Eine der künftigen Herausforderungen wird insbesondere die Umsetzung von Maßnahmen aus der Kommunalen Wärmeplanung sein, die in enger Abstimmung mit dem Fachbereich Bauen & Umwelt sowie der Stabsstelle Klimaschutz erfolgen wird. Der ESW wurde seinerzeit zu 100 % auf Fremdkapitalbasis gegründet. Das primäre Ziel besteht daher auch weiterhin in der Bedienung des Kapitaldienstes, bis der überwiegende Teil des Fremdkapitals getilgt ist. Das Eigenkapital stieg in den letzten fünf Jahren von 20,21 % im Jahr 2021 um 9,82 % auf 30,03 % in 2025.
Übersicht der Eigenkapitalentwicklung des ESW: